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Die Geschichte der Verbandsgemeinde Arzfeld

Der Verbandsgemeindebezirk Arzfeld hat - wie auch die umliegenden Gebiete - eine weit zurückreichende Siedlungsgeschichte. Gräberfunde bestätigen, dass dieser Raum zum Siedlungsgebiet der Kelten vom Stamm der Treverer gehörte, die sich einstmals in den Flußtälern und auf den Hochflächen niederließen und von Ackerbau und Viehhaltung lebten.

Den Kelten folgten zu Beginn der Zeitrechnung die Römer, die über mehrere Jahrhunderte die Herren des Landes blieben. Römische Heer- und Handelsstraßen durchzogen das Hinterland - der Rheinstrom bildete die Frontlinie und Grenze zu Germania, dem unzugänglichen Germanien jenseits des Stromes. Mogontiacum (Mainz), Colonia Agrippina (Köln) und Augusta Treverorum (Trier) waren damals die drei großen Verwaltungszentren der Germania intefior, der Belgica prima und der Germania superior links des Rheins, Weltstädte schon damals im Römischen Imperium.

Die Lage dieser Landschaft ungefähr in der Mitte zwischen den Städten Köln und Trier mag schon damals manchen römischen Veteranen bewegt haben, sich hier seine villa rustica zu bauen, worauf jüngere Ausgrabungen römischer Gebäudereste hinweisen.

Nach der Überwindung des mittleren Limes südlich des Mains indes war die linke, die nördliche Flanke der römischen "Besatzungszone" aufs äußerste gefährdet und folgerichtig bemächtigte sich bald darauf, im 5. Jahrhundert, der Völkerverband der Franken, von Nordwesten kommend, der linksrheinischen Gebiete. Die römischen Besatzungen zogen nach Süden und Westen ab.

Der ursprünglich keltische, dann germanokeltische Siedlungsraum kam unter fränkische Herrschaft, das Reich der Merowinger entstand und bildete die Keimzelle des späteren ostfränkisch-karolingischen Reiches, aus dem unter Führung des sächsischen Volksstammes endlich das regnum theotonicorum, das Reich der Deutschen, erwuchs.

Die Geschichte des Arzfelder Raumes ist bis ins 18. Jahrhundert eng mit derjenigen der fränkischen Grafschaft Luxemburg verbunden. Durch den Wiener Kongreß wurde die Verbindung mit Luxemburg gelöst und eine Staatsgrenze, die weitgehend dem Flüßchen Our folgte, errichtet.

Der Dreißigjährige Krieg (1618 - 1648) schlug auch in der Westeifel große Wunden. An diese drangvolle Zeit erinnern auch heute noch viele erhaltene Feldkreuze. Die Französiche Revolution Ende des 18. Jahrhunderts brachte auch für den hiesigen Verbandsgemeindebereich einen Umbruch der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Verhältnisse mit sich.

Ein in Arzfeld neben der Kirche stehendes, 1908 vom Eifelverein errichtetes Denkmal erinnert an den "Klöppelkrieg", ein Aufstand der vielfach nur mit Klöppeln (= Stöcken) bewaffneten Bauern des Luxemburger Landes gegen die Neuerungen der französischen Revolutionsverwaltung, der in der Schlacht bei Arzfeld am 30. Oktober 1798 ein blutiges Ende fand. Bis zur Jahrhundertwende war der Bereich der Verbandsgemeinde Arzfeld, abgesehen von ein einigen Mühlen-, Gerberei- und Handwerksbetrieben, landwirtschaftlich strukturiert.

Der karge Boden ernährte nicht mehr die wachsende Bevölkerung. Vor allem die Jugend wanderte in die Industriegebiete an Rhein, Ruhr und Saar ab. Viele suchten in Übersee eine neue Existenz. Die Zahl der Wochen- und Tagespendler ist wegen fehlender gewerblicher Arbeitsplätze bis heute noch sehr hoch.

Der zweite Weltkrieg forderte in den vormaligen Verbandgemeinden Daleiden-Leidenborn und Waxweiler erhebliche Opfer an Menschen und Wirtschaftsgut. Schon bei Kriegsbeginn bekam die Bevölkerung die Schwere des Völkerringens zu spüren: Sie wurde teilweise für kurze Zeit evakuiert.

Bild: Ehrenfriedhof

Die Rundstedt-Offensive im Herbst 1944 bedingte eine zweite Evakuierung, aus der die Bewohner erst wieder im Mai 1945 in die Heimat zurückkehrten. Ihnen bot sich bei der Rückkehr ein Bild der Zerstörung, denn die schweren Kampfhandlungen hatten ihre schrecklichen Spuren hinterlassen. Große persönliche Opfer und ein unbeugsamer Aufbauwille waren notwendig, um aus den verbliebenen Resten Heim und Existenz wieder aufzubauen.

Auf dem Ehrenfriedhof in Daleiden haben 2.980 Kriegstote ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Durch die Ansiedlung von Gewerbebetrieben in den 50er und 60er Jahren gelang es, die Bevölkerungsabwanderung einzudämmen. Die Erschließung des Raumes für den Fremdenverkehr brachte zusätzliche Erwerbsmöglichkeiten.

Aufgrund des 8. Landesgesetzes über die Verwaltungsvereinfachung im Lande Rheinland-Pfalz wurde am 7. November 1970 aus den früheren Verbandsgemeinden Daleiden-Leidenborn und Waxweiler die Verbandsgemeinde Arzfeld mit Sitz in Arzfeld neu gebildet.